Qi fließt in unserem Körper durch sogenannte Meridiane (Energiebahnen). Merdiane sind unsichtbar und daher schwer zu beschreiben. Sie durchziehen unseren Körper wie ein dichtes Netz und versorgen uns mit lebenswichtiger Energie (Qi).
Bei unserer Geburt sind die Meridiane normalerweise vollkommen durchlässig und der Qi-Strom ist frei. Das kann sich im Laufe des Lebens durch z.B. Operationen, Krankheiten, Emotionen, usw. verändern. Das Leitsystem der Meridiane wird weniger durchlässig und der Qi-Fluss kann ins Stocken geraten.

Es gibt zwölf Meridiane, die jeweils an ein Organ in unserem Körper gekoppelt sind. Es gibt auch noch acht Wundermeridiane, die in Fachkreisen eher als Gefäß benannt werden. Diese Gefäße funktionieren unabhängig von Organen. Die acht Gefäße dienen dazu, das Qi in den zwölf Hauptmeridianen – falls nötig – auszugleichen: Ist zu viel Qi in den Hauptmeridianen, wird Energie abgezapft. Ist zu wenig Qi in den Hauptmeridianen, wir Energie hinzugefügt. Dieses System der Ausbalancierung können wir jedoch nur über einen bestimmten Zeitraum in Anspruch nehmen. Irgendwann ist der Körper zu schwach dazu und wir fühlen uns krank.

Fließt das Qi frei durch unsere Meridiane, dann fühlen wir uns fit und vital: der Körper ist kräftig, das Bindegewebe ist fest, die Haut glänzt, die Augen strahlen und die Körpertemperatur ist angenehm.

Sechs Meridiane laufen durch unsere Arme und sechs durch unsere Beine. Die Meridiane sind verbunden mit unseren sechs Yin- und sechs Yang-Organen. Die Anfangs- bzw. Endpunkte der zwölf Meridiane befinden sich abwechselnd in Händen und Füßen:

1. Lungen Merdian (Yin): Daumen
2. Dickdarm Meridian (Yang): Zeigefinger
3. Pericardum (Herzbeutel) Meridian (Yin): Mittelfinger
4. Dreifacher-Erwärmer Meridian (Yang): Ringfinger
5. Herzmeridian: kleiner Finger (Yin): kleiner Finger
6. Dünndarm Meridian (Yang): kleiner Finger
7. Milz Meridian (Yin): großer Zeh
8. Leber Meridian (Yang): großer Zeh
9. Magen Meridian (Yin): 2. Zeh 10. Gallenblasen Meridian (Yang): 4. Zeh
11. Blasen Meridian (Yang): kleiner Zeh
12. Nieren Meridian (Yin): Mitte des Fußes

Jedes Yin-Organ ist an ein Yang-Organ verbunden. Diese beiden Organe arbeiten zusammen. Ihre Meridian im Körper sind demnach auch an einigen Stellen im Körper miteinander verbunden.

Hier die Auflistung der Paare:
Lunge – Dickdarm
Pericardium – Dreifacher Erwärmer
Herz – Dünndarm
Milz – Magen
Leber – Gallenblase
Nieren - Blase

1. Lungen Meridian (Yin)
Er beginnt eine Daumenbreite unterhalb des Schlüsselbeins und läuft bis zum Daumen. Dort verbindet er sich mit dem Dickdarm Meridian. Ist der Lungen Meridian geschwächt, können Erkältungen, Infektionen, Husten, Lungenentzündungen, Bronchialasthma, Atembeschwerden, Hautprobleme oder Schmerzen entstehen, vor allem in den Schultern und zwischen den Schulterblättern. Der Lungenmeridian steht in Verbindung mit der Haut (auch Regulation der Hautporen) und den Körperhaaren. Die Stärke des gesamten Organismus hängt von den Lungen ab. Bei guter Lungenfunktion zeigt ein Mensch ein schnelles und tiefes Begriffsvermögen, schlechte Funktion bewirkt Melancholie und Depression. Weiterhin treten oft Überängstlichkeit, Überempfindlichkeit und seelischer Zusammenbruch auf.

2. Dickdarm Meridian (Yang)
Er beginnt an der Zeigefingerkuppe, läuft zu dem Punkt Dazhui und endet seitlich der Nase. Der Dickdarm nimmt die Nahrungs- und Getränkereste vom Dünndarm auf, absorbiert mehr Flüssigkeit und scheidet die Abfallstoffe aus. Er kann durch falsche Ernährung, Schwäche oder Ärger aus dem Gleichgewicht geraten. Ist der Dickdarm Meridan geschwächt, können Symptome wie Durchfall, Blähungen, trockener Mund, Heiserkeit und Zahnschmerzen auftreten.

3. Pericardum (Herzbeutel) Meridan (Yin)
Sein Ursprung ist im Brustkorb. Von dort läuft er zum oberen, mittleren und unteren Dreifachen Erwärmer und setzt seinen Weg an der Innenseite des Armes hinunter fort. Er endet an der Innenseite der Mittelfingerkuppe. Ist dieser Meridian nicht gut mit Qi versorgt, äußert sich das in Herzklopfen, rote Aufgen und Herzschmerzen.

4. Dreifacher-Erwärmer Meridian (Yang)
Der Dreifache-Erwärmer-Meridian ist in 3 Abschnitte eingeteilt. Der obere Erwärmer beeinflußt die Atmung, der mittlere Erwärmer die Verdauung und der untere Erwärmer kontrolliert die Ausscheidung. Im oberen Erwärmer liegen Herz, Herzbeutel und Lungen. Der mittlere Erwärmer ist ein Sammelbegriff für die Organe Magen, Milz, Pankreas, Leber, Gallenblase und Zwölffingerdarm. Im unteren Erwärmer liegen Verdauungs- und Sexualorgane. Störungen in diesem Meridian äußern sich in Form von Schmerzen und Entzündungen im Nacken-, Schulter- und Armbereich, Laryngitis, Neigung zu Allergien und Hauterkrankungen, Schwindelgefühlen im Kopf, Schlafstörungen, Verdauungsstörungen und Appetitlosigkeit. Darüberhinaus besteht eine erhöhte Kälteempfindlichkeit, sowie eine Unverträglichkeit gegenüber Wind und Feuchtigkeit und eine gesteigerte Anfälligkeit für Erkrankungen der Urogenitalorgane.

5. Herz Meridian (Yin)
Der Herz Meridian läuft vom Herzen zum Dünndarm, zurück zur inntenseite des Ober- und Unterarms und endet schließlich an der Innenseite der Kleinfingerkuppe. Hier trifft er auf den Dünndarm-Meridian. Störungen im Herz-Meridian wirken sich auf Körper und Seelenleben aus. Typisch hierfür sind: Nervosität, Unruhe, Verdauungsstörungen, Verkrampfungen im Brust- und Bauchbereich, Überempfindlichkeit der Haut, rasche Ermüdung, nervöse Erschöpfung und natürlich Herz- und Kreislaufstörungen. Die eigentlichen Herzstörungen werden über den Kreislauf behandelt. Psychisch können sich Störungen des Herzmeridians durch innere Unruhe, Schlaflosigkeit, emotionale Unausgeglichenheit, Nervosität und Reizbarkeit, aber auch Lethargie zeigen.

6. Dünndarm Meridian (Yang)
Er beginnt an der Innenseite der Kleinfingerkuppe, geht zum Punkt Dazhui und weiter yber Hals, Unterkiefer zum äußeren Augenwinkel bis zum Ohr. Störungen des Dünndarm-Meridians können u.a. zu Anämie infolge von ungenügender Verwertung von Nahrung führen. Diese kann jedoch auch durch schlechte Ernährung verursacht sein. Des weiteren kann es zu rheumatischen und nervösen Erkrankungen, sowie zu Durchblutungsstörungen, besonders im Nacken-, Schulter- und Armbereich kommen. Schmerzen und Steifheit im Handgelenk, Ellbogen, Schulterblattbereich oder Nacken, Ohrenschmerz und gerötete entzündete Augen sind Symptome für eine Störung des Meridians Psychisch zeigt sich eine Störung an der Überempfindlichkeit und Ängstlichkeit, es kann auch zu Depressionen kommen. Unklare Gedanken können ebenfalls auf eine Schwäche des Dünndarms hindeuten.

7. Milz Meridian (Yin)
Der Milz Meridian beginnt an der äußeren Spitze des großen Zeh und läuft durch das Bein zum zweiten Zwischenrippenraum im Punkt Dabao (siehe 3.3. Akupunkturpunkte). Von dort läuft er zum Herzen. Symptome für Störungen des Milz-Meridians sind: Unruhe in den Beinen, Mangel an Speichel und Magensäure, entzündeter oder deformierter Nagel des Grosszehs, mangelnde Konzentrationsfähigkeit, Gier nach Süssigkeiten, Menstruationsbeschwerden.

8. Leber Meridian (Yang)
Der Leber Meridian läuft von der Innenseite des großen Zeh zur Innenseite des Beines, um die äußeren Genitalien herum, durch die Blase in die Leber, die widerum mit der Gallenblase verbunden ist. Eine Nebenbahn läuft nach oben zum Kopf, umkreist den Mund und endet im Augenbericht. Eine andere Bahn geht durch die Lunge. Eine Disbalance im Lebermeridian kann folgendes verursachen: Hexenschuss, trockenen Hals, akute Schmerzen in der Leber mit der Unfähigkeit sich vorwärts oder rückwärts zu biegen, Neigung zu Fieber ohne erkennbare Ursachen, Impotenz, Prostata-Erkrankungen, Frigidität bei der Frau.

9. Magen Meridian (Yin)
Der Magen Meridian beginnt neben der Nase. Zum einen bewegt er das Qi nach oben in de Kopf und zum anderen hinunter bis zum Punkt in der Fußzehe des 2. Zeh. Dort trifft er auf den Milz Meridian. Probleme im Magen Meridian können sich äußern durch chronische Magenbeschwerden, Übelkeit und Erbrechen, Verdauungsstörungen, Nasenverstopfung, Mundwinkelfissuren und Kopfschmerzen.

10. Gallenblasen Meridian (Yang)
Er beginnt seitlich der Augenwinkel und verteilt das Qi über Ohr, Schläfe, Stirn, Schäden, hals, Schulter, Brustkorb, Gallenblase und Becken zur Außenseite des Beines hinunter bis zum vierten Zeh. Dort tifft er auf den Leber Meridian. Anzeichen für Störungen des Gallenblasen-Merdians sind: trockene Haut, schmutzige Gesichtsfarbe, bitter pappiger Geschmack im Mund am Morgen, bitteres oder saures Aufstoßen, halbseitige Schmerzen wie Migräne sowie Anfälligkeit im Lymphsystem.

11. Blasen Meridian (Yang)
Der Blasen Meridian beginnt am inneren Augenwinkel, geht zur Stirn, zu Baihui, zum Hals, wo er sich aufteilt und je in zwei Bahnen an der Wirbelsäule entlang bis zum Knie verläuft. Dort vereint sich der Meridian wieder und das Qi fließt von dort zum äußeren kleinen Zeh. Hier trifft er auf den Nieren Meridian. Eine Disbalance im Nieren Meridian verursacht Blutungen, Rheuma, Kopfschmerzen, Malaria, Schmerzen zwischen den Schulterblättern und Stoffwechsel-Störungen. Psychisch äußert sich eine Störung im Blasen-Merdian in Überempfindlichkeit und Schreckhaftigkeit bis hin zur Angst. Die Betroffenen neigen zu Nervosität, ärgern sich leicht über Lappalien und haben oft wirre Träume

12. Nieren Meridian (Yin)
Der Nieren Meridian beginnt im Yongquan Punkt (siehe 3.3 Akupunkturpunkte) und verläuft an der Innenseite des Beines zur Blase und Niere und von dort aus zum Brustbein. Ein anderer Zweig verläuft aus der Niere hinaus durch die Leber zur Zunge. Ein anderer Zweig fließt von der Lunge in das Herz und in den Brustkorbbereich. Typische Symptome für Störungen des Nierenmeridians sind: schwächliche Gesichtsfarbe, besonders auf der Stirn und im Bereich unter den Augen, allgemeine Körperschwäche, Abmagerung, Unfruchtbarkeit, schnelle Erschöpfung, niedriger Blutdruck, Kreuzschmerzen und steifer Rücken, brennend heiße oder kalte Füße. Im psychischen Bereich: Angst, pessimistische Einstellung, Mangel an Entschlusskraft.